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The painting process

The painting process

Der MALPROZESS

Emil Schumacher beschrieb den Beginn des Malprozesses sinngemäß einmal so. Am Anfang provoziere ich den Malgrund mit einem spontanen, sinnfreien Farb- oder Materialauftrag. Erst danach beginnt der eigentliche Schaffensprozess. Das Bild fängt an zu reagieren. Das geht mir exakt auch so. Wenn ich an ein neues Bild herantrete herrscht meist ziemliche Leere in mir. Manchmal weht eine Farbe durchs Gemüt oder auch eine Form oder Struktur. Weiß meist nicht von woher. Dann zieht man eine Linie oder legt eine Farbfläche an, oft ein Dahinwerfen  und wartet auf eine Reaktion. Der Weg beginnt.

In der abstrakten Malerei hat man kein Motiv, das einen führt. Das zeigt sich erst, manchmal sehr spät im Laufe des Prozesses. Oft sehr trügerisch. Man rennt in Einbahnstrassen und findet vermeintlich Neues. Häufig Altbekanntes im neuen Kleid. Etwas, das man nicht sucht. Man zerstört, verzweifelt, beginnt wieder. Wird fündig, neue Spur. Licht am Horizont. Bis sich auf einmal wirklich etwas Neues zeigt, das einen zutiefst anspricht. Freudige Regung. Wie bei einem Besucher, der durch eine unbekannte Stadt wandelt, dem sich auf einmal ein Platz öffnet, der ihn intensiv anspricht und zum Verbleiben auffordert.

Das Aufbauen und Zerstören in dem Prozess kann sehr schmerzhaft sein. Was sucht man? Was findet man? Was macht man von sich selbst sichtbar. Das kann man nicht beschreiben, nur fühlen. Freude über Neues. Selbstfindung. Frieden stellt sich ein, nicht immer.

Ist das, was man gefunden hat, bereits vorhanden. Karmisch. Oder ist es „nur“ das Ergebnis eines Dialoges, völlig neu geschaffen ohne ursprüngliche Heimat.

Es geht immer weiter ohne dass man wirklich ein Ende findet. Der Prozess ist der Weg und der Weg ist der Prozess.

Max Fischer Dezember 2014


Process of painting

Roughly summarized, Emil Schumacher described the process of painting as follows: “In the beginning I provoke the canvas by applying paints spontaneously and thoughtlessly. Only then the actual creative process begins. The painting is acting in response”. 

I feel exactly the same way. When I face a new canvas, I typically feel quite empty. Sometimes a color drifts through my mind or a form or a structure. Usually, I do not know where it comes from. Then I draw a line or spread color on the surface, often only throwing the colors onto it, and then I wait for an answer. The journey begins.

In abstract painting there is no guiding concept. Sometimes, it emerges rather late in the process of painting. Often illusive. Rushing into one-way-streets, finding potentially novel ideas; frequently, the old in the guise of the new; something not looked for; one destroys, despairs, starts again, not finding it, new attempts; light at the end of the tunnel. Until all of a sudden something completely new emerges that has the strongest attraction. Exhilaration; like a visitor who strolls through an unknown town and finds himself in an open square that tremendously appeals to him and invites him to stay.

In the process of painting, building and destroying can be terribly painful. What does one look for? What does one find? How much does one want to give away of one´s own personality? It is beyond description, there is only feeling. Joy at new things. Self-discovery. Peace arrives, not always.

Does the discovery already exist? Karma. Or is it only the result of a dialogue, completely new without any place of origin.

It is a never ending process. The process is the journey and the journey is the process.

Max Fischer, December 2014

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